Konzertreisen

Wieder mal ist es soweit

Pfingsten ist stets Reisezeit

für den Volkschor aus NB.

Ehefrauen, Ehemänner,

uns´ re Fans als treue Kenner

freuten sich schon auf die Fahrt.

und so rüstet  man zum Start.

Nun - zuerst  wollten wir singen

im freundlichen Thüringen.

Und wir fanden auch ganz stark

eine Tour nach  Dänemark.

Doch im Mai fahr´n keine Fähren,

und da half uns auch kein Mähren,

stand uns auch nicht ganz der Sinn

nach dem schönen Tschechien

haben wir´s doch nicht  bereut.


Und wie immer toll betreut

von der supertücht´gen Jutta

war wie stets alles in "Butta".

Und wie alle Jahre wieder,

gab's auch gleich Geburtstagslieder.

Nachts diskret zur Geisterstunde

klang es froh aus aller Munde.

Uns' rer lieben Edith Bärschlein

sangen wir ein lustig' Märschlein -

Doch dann wird es hohe Zeit,

beide Busse war´n bereit.


Was ich jetzt hier will berichten

sind  zwei kleine Busgeschichten.

Schön war´s in dem kleinen Bus,

Sauberkeit war hier ein Muss.

Und der Fahrer immer nett,

ließ auch alle auf´s Klosett.


In dem kleinen Raucherraum

träumte mancher seinen Traum

Peter Röder sägte tief

In dem dicksten Rauchermief

Doch nun zu dem Doppelstock,

dieser wurde echt zum Schock.

Denn der Fahrer aus dem Westen

war nicht nett zu seinen Gästen,

und ich gebe jetzt zum Besten,

wie er uns empfangen hat:

"Morj´n, morj´n, liebe Leute,

ich begrüß Sie herzlich heute,

und jetzt werde ich Ihnen sagen,

wie Sie sich hier soll' n betragen.

Keine Flaschen auf den Sitzen,

kein Papierchen in die Ritzen,

und damit ihr´s alle wißt:

Hier im Bus wird nicht gepi...!

Wenn ihr alles die´s bedenkt,

wird der Bus auch gut gelenkt."


So belehrt geht´s in die Weite,

doch nach Stunden folgt die Pleite.

Plötzlich kommt Maria runter,

gar nicht heiter, gar nicht munter,

steht nur noch auf einem Bein,

denn sie muss ganz nötig "klein".

Noch einer kann nicht mehr sitzen.

Abgefüllt bis an die Spitzen

ist auch Inges lieber Frank,

mächtig wird der unt´re Drang.

Mitten auf der Autobahn

hält der Fahrer endlich an.

Rasch den Körperteil entblößt,

ist er von dem Druck erlöst

Mit Maria, dieser Armen,

hat der Bussi kein Erbarmen.

In dem Bus hallt´s von Protesten

auf den Fahrer aus dem Westen.

Doch der hat ein hartes Herz,

kein Gefühl für Mia`s Schmerz.

Und trotz lautem Rädertuckern,

hört man ihre Blase gluckern.


Dann geh'n endlich auf die Türen.

Dreißig Weibsen galoppieren

zu dem nächstgeleg'nen Rasen,

um zu leeren ihre Blasen.

Dreißig runde Hinterteile

hocken eine ganze Weile

aufgereiht wie die Soldaten,

alle nur das gleiche taten.

Ach, nun kann es weitergeh'n!

Muss man, ist selbst pinkeln schön.

Doch während wir uns entleeren

tut die Jutta sich beschweren.

Sagt dem Fahrer in's Gesicht,

er verletzt hier seine Pflicht.

Und mit ihrer Durchschlagskraft

hat sie´s wirklich dann geschafft.

Aber nur für allle Fälle

darf man auf die Stinkerstelle.


Endlich ist die Nacht geschwunden.

und nach ein paar Schlummerstunden

steigt herauf die liebe Sonne.

Doch was einem ist wie Wonne

macht dem andern nur Verdruss.

Jetzt ist mit der Kühle Schluss.

Denn dort oben unterm Dach

wird den Reisenden ganz schwach.

Nicht das kleinste, linde Lüftchen,

dafür aber manch ein Düftchen.

Würde man sich nicht genieren,

könnte man hier gut saunieren.


Während sie dort oben rösten,

können sie sich damit trösten,

dass das Reiseziel in Sicht

aber etwas stimmt da nicht.

Trutnow ist doch unser Ziel,

und jetzt kommt Turnow ins Spiel.

In dem ersten Bus, dem kleinen,

gab es aber dann doch einen,

der die Strecke bestens kannte,

bis auch er sich dann verrannte.

Jetzt fragt Jutta ihren Mann,

ob er denn nicht helfen kann.

Der ist zunächst voller Frust

und verspürt gar keine Lust.

Bitte Liebling, sei nich so!

Guck mal, wir sind alle froh,

wenn wir uns nicht mehr verfahren

und damit viel Zeit einsparen.


Und der liebe Wolfgang Lehmann

Wird auf diese Art zum "Nothahn".

Endlich - nach zwei langen Stunden

ist das Reiseziel gefunden.

Einige schau´n nach Verpflegung,

andere brauchen Bewegung,

Wieder and´re woll´n nichts tun,

wünschen nur, sich auszuruhn.


Doch nach ein paar  Ruhestunden,

geht man's Städtchen zu erkunden.

Und dann ist schon Knödelzeit,

auch das Bier steht schon bereit.

Aber alt werden wir nicht,

Sandmann steht uns im Geslcht.

Und um 11 - möchte ich wetten,

lagen alle in den Betten.


Am Sonnabend ging's nach Adrspach.

Die Felsenstadt ist wunderschön,

so etwas gib's nicht oft zu sehn.

Hier wüteten Naturgewalten

und formten lustige Gestalten.

Da gibt es Affen, Elefanten

auch Löwen, Omas, Mütter, Tanten

Sogar des Bürgemeisters Hintern,

tut hier schon lange überwintern.

Weil mancher dort zu lang verweilte,

nicht schnell genug zum Ausgang eilte,

noch rasch ein Eis hat mitgenommen,

sind alle wir zu spät gekommen.

Die Kellner lagen auf der Lauer

und waren auf uns mächtig sauer.

Das alles war für uns sehr stressig,

die  Übeltäter nahmen's lässig.

Das Essen mussten wir  verschlingen.

Um 3 Uhr sollten wir schon singen

im herrlichen Johannisbad.


Und ach - wir waren alle matt.

Doch Lilo freundlich uns bedeutet:

Ich habe euch gut vorbereitet.

Wir schaffen's locker - habt nur Mut!

Und wirklich - das Konzert war gut.

Ihr Optmismus gab uns Kraft,

so stimuliert - hab'n wir's geschafft..

Kaum sangen wir die ersten Lieder,

hat die Musik uns alle wieder

in ihren zarten Bann gezogen.

Ein schöner Melelodienbogen

durchzog den lichtgetränkten Raum.

Ein Traum - aus Kinderzeit - ein Traum!

Herr Model haute in die Tasten,

dass fast zersprang der Klimperkasten.

Die Claudia mit heller Stimmen

ließ fröhliche Forellen schwimmen.

Und Bärbel - heiter und charmant,

gab alle Titel dort bekannt.

Selbst eine pelzbesetzte Brust

erhöhte uns're Sangeslust.

Doch an dis Stell will ick vertellen;

een Sängerin - de wull nich fählen.

Endusendfiefhunnert Kilometer

de führt wahrhaftig nich een jeder.

Dat möckt nur uns're Ilsebill!

De schaft doch alls, wat se nur will!

Denn unser schönes Volkschorkonziert,

dat wier ehr dis Strapazen wiert.

För so väl Schwung fähl´n mir die Worte.

Sei möt in't Weltbuch der Rekorde!


Und endlich kam der Clou vom Ganzen,

denn das war unser Abendtanzen.

Die Jutta war auch gleich zur Stelle,

begrüßte flott die Blaskapelle,

fragte: "Wo kommt ihr alle her?"

Doch die Verständigung fiel schwer

so ohne Bier zur frühen Stunde.

So sagte man nur: Rosamunde!

Mit  dieser Polka ging's dann los.

Mein Gott! Wo ist Frau Neumann bloß?

Der erste Tanz - und schon gestrandet.

Auf ihrem Po ist sie gelandet.

Und hat der Rock auch einen Fleck.

den kriegt man schnell mit Seife weg.

Die beiden konnte nichts verdrießen.

man sah sie oft den Tanz genießen.


Noch eine tanzte da so flott.

Ja, war das etwa gar Charlott?

So froh, von Kopf bis zu den Zehen,

hat man sie ja noch nie gesehn.

Doch das lag nicht allein am Weine,

denn die Musik ging in die Beine.

Man sah es ja bei Inge Röder

und ihrem Ehemann, dem Peter.

Die beiden tanzten Rock'n roll

und keiner konnt´s wie sie so toll.

        Doch alle  and´ren tobten auch,        

verrenkten Beine, Arm und Bauch.

Es geht  nichts über Tschechenbläser,

da tanzen selbst die vollen Gläser.


Angelika und das Christinchen,

sie war'n wie stets, die fleiß'gen Bienchen,

so manchen Spaß sich ausgedacht,

worüber alles herzlich lacht.

Sie weckte in uns das Verlangen

nach den geliebten salz'gen Stangen.

Und horch, was komm von draußen rein,

wird uns unvergesslich sein.

Was da an Tönen kam heraus.

das war in jedem Fall ein Graus.

Die Stimmen waren wie gelähmt.  

Ach, haben wir uns da geschämt.

Lilo konnt nur die Stirne runzeln,

total vergangen war Ihr Schmunzeln.

Was da so eindrang an ihr Ohr,

Das war doch nicht ein Teil vom Chor

Nun ja, wir waren arg gehemmt,

das hat die Stimmbänder verklemmt.


Dann tanzten wir ein letztes Mal,

allmählich leerte sich der Saal.

Der Waldemar  in bester Laune,

blies ganz zuletzt noch die Posaune.

Nun war es Zeit zum Schlafengehn.

Ach -  dieser Abend war sooo schön!


Der Sonntag kam, die Reiseziele

war'n Schneekoppe und Spindlersmühle.

Recht früh am Morgen hieß es starten.

deshalb gab´s auch kein langes Warten

in Pod pec znecky an den Liften.

Nur vier Personen gingen stiften.

Die Models und Familie Sämann

sah'n sich die Stadt und auch den Park an.

Der Rest der Truppe war zu loben,

sie fuhr'n  geschlossen ganz nach oben.

Was nicht erlaubt zu manchen Zeiten,

hier konnt man Grenzen überschreiten.

Wir war'n so nah dem Himmelszelt,

bewunderten die schöne Welt,

die uns mit  Sonne reich verwöhnte.

obwohl beim Abstieg  mancher stöhnte,

denn 30 Wand'rer, froh und munter,

gingen zu Fuß den Berg hinunter.


Auf dieser langen Wandertour

genossen alle die Natur.

Tiefdunkle Seen, steile Hänge,

spitzige Steine, schmale Gänge,

trutzige Berge, grünes Gras,

all  dies´ zu schauen, machte Spaß.

     Und der Berge runde Form

     reizten Peter ganz enorm.

Das Rauf und Runter war ´ne Lust,

und ließ vergessen allen Frust.

Mal Sonnenbrand, mal spitze Steine,

ein jeder kriegte ab das Seine.

Und ging es auch bergauf, bergab,

am Ende machte keiner schlapp.

Manch einer kam sogar ins Träumen

und sah das kühle Bier schon schäumen.


Doch unten wartet der Verdruss,

mit Bierchen war so gut wie Schluss.

So teilte man - pro Kopf sechs Tropfen

den wohlschmeckenden Tschechenhopfen.

Dann wartete die ganze Gruppe

auf den letzten dieser Truppe.

Obwohl mit etwas müden Füßen

ließ Eddi es sich nicht verdrießen

den langen Fußmarsch mitzumachen.

Und war ihm oft auch nicht zum Lachen,

so hat er es doch gut geschafft,

wenn auch am Ende seiner Kraft.

Fürwahr - er hat sich nicht geschont.

Mit Beifall wurde er belohnt.


Zwei Pärchen war'n nicht auf dem Posten,

verliefen sich zu weit nach  Osten.

Das soll doch gleich der Teufel holen!

Verdammt, wir sind ja  jetzt in Polen!

Und aufgegriffen von dem Zoll

empfanden sie das nicht so toll.

Wie sollte man nach Hause kommen?

Ein Taxi wurde dann genommen.

Die Mark wurd so zu Auspuffgasen

per Pfennig in die Luft geblasen.

Bärbel, Helga und deren Mannen

war'n recht erbost ob dieser Pannen.

Doch tröstet euch! Im ganzen Chor

kommt das gewiss nur einmal vor.


Dann gab  es noch 'ne Schrecksekunde

zur Abfahrt um die Mittagsstunde.

Der große Bus war überfüllt!

Die Fahrer waren nicht gewillt

die Reisefrau noch mitzunehmen.

Für diese Herrn konnt man sich schämen.

So fuhr sie mit dem Linienbus,

mit froher Stimmung war da Schluss.

Ein Platz im Bus war unbesetzt,

von kühlem Nass war er benetzt.

Ein Wasserrohr war dort gerissen.

Führwahr! Das Fahrzeug war beschissen.


Dann saßen wir zur Abendstunde

in stimmungsvoller Sangesrunde,

besinnlich klang die Reise aus,

am nächsten Tag ging es nach Haus.

Der Morgen kam - und frisch gewagt

war wieder Singen angesagt

Auch Ingrid, dem Geburtstagskind,

schenkten wir ein Lied geschwind.

War'n die Pralinchen auch zerflossen,

Ich glaub', Du hast sie dochgenossen.

Zur Abfahrt standen wir bereit

denn uns 're Heimat war noch weit.

Doch plötzlich fehlten zwei Tenörchen,

die lagen noch auf Ihren Öhrchen.

Der Roger und auch Kurdes Peter

waren die beiden Übeltäter.

Ja, schläft ein Sandmännchen im Raum,

dann hat man einen tiefen Traum.


Endlich war's dann tutti paletti,

da rief Herta: "Oh, meine Kette!"

Im Affenzahn lief sie zurück

und fand auch schnell  das gute Stück.

Der Roger hatte keine Ruhe,

vermisste er doch ein Paar Schuhe.

Auch Inge Just war nicht gut dran,

ihr fehlte gar ein Stück vom Zahn.

Gar manches gäb´s noch zu berichten.

von diesen Unterwegsgeschichten.

Nicht alles war nur eitel Freud,

denn 100 Köpf sind 100 Leut!  

Und recht zu machen jedermann,

ist eine Kunst die niemand kann.

Ich glaub', es stimmt, wenn ich hier sage,

es waren wieder schöne Tage.

Was wäre denn bloß unser Leben,

würd´s nicht mal kleine Pannen geben.

An dieser Stelle uns'rer Leitung

Dank, für die gute Vorbereitung.

Und wird es wieder einmal Mai

sind alle ganz bestimmt dabei.


Charlotte Diederichs

Konzertreise 1997 nach Trutnow/Tschechien