Konzertreisen

Konzertreise 2010 nach Stolpen/Sachsen

Schon wieder ist ein Jahr entschwunden

und wir machten uns auf, die Ferne zu erkunden.

Stolpen im schönen Sachsenland, schien auch für uns Nordlichter interessant.


Donnerstag, 13.05.2010


Am Busbahnhof, früh kurz vor Sieben hatten wir als erstes das Vergnügen,

unserem Geburtstagskind Uschi ein Ständchen zu singen und uns in Reiselaune zu bringen.

Die Frühlingssonne blinzelte uns bereits an, als die Chorfahrt gen´ Süden begann.

Wie im letzten Jahr, war ein Bus etwas kleiner, dafür die Gesellschaft um so feiner.

Holger wollt nicht alleine kommen und hatte seine Oma mitgenommen.

Auch Anita war als Reisedebütant schon sehr auf die kommenden Tage gespannt.

Kaum ging aus der Stadt hinaus, da packten wir den „Feigling“ aus.

Und schaute auch Mancher mit Verdruss: Die Tradition – „was muss, das muss!“  

Als die erste Pause war, bekamen die Herren ihr Ständchen - wie jedes Jahr.

Hannelore war auch pünktlich da, auch sie fuhr wieder mit - wie jedes Jahr.

Ein altes Volksliederbuch aus Holgers Bestand, bekamen wir kurz darauf in die Hand.

Bis Stolpen hatten wir es geschafft, vereint mit „Wassersuppenkraft“,

das ganze Buch fast durch zu singen und ließen auch alte Weihnachtslieder erklingen.

Nicht alle Töne waren sauber, das tat uns sehr leid, doch es war ein schöner Zeitvertreib.   

Pünktlich, wie im Fahrplan vorgesehen, kamen die Busse am Ziel zu Stehen.

Die Schlüssel wurden verteilt und Jeder ist auf seine Etage geeilt,

um schnell sein Zimmer zu betreten, doch Mancher war dabei in Nöten.

Es war gar nicht so einfach, die richtige Nummer zu finden,

man musste sich über lange Flure und scharfe Ecken winden.

Vom Souterrain bis hinauf unters Dach hatte man für uns Platz gemacht.

Hier oben  waren auch Anita und Inge versteckt, die hatten sich gerade auf dem Bett ausgestreckt

und waren dabei, ihr Zuhause für drei Nächte zu betrachten,

als Uschi`s zarten Finger an der Türe „kopf, klopf“ machten.

„Hier ist die Uschi, ihr müsst schon verzeih´n, lasst mich doch bitte einmal rein.

Der Waltraut gefällt ihr Zimmer nicht, dabei ist es schön groß, das wundert mich.

Wäret ihr bereit mit mir zu plauschen und mit Waltraut eventuell zu tauschen?“

Na klar waren sie bereit dazu und bezogen ein Zimmer ganz unten im Nu.

Es war schön groß u. ein Glück für die Beiden, sie brauchten keine Treppen mehr steigen.

Im Zimmer von Holger und Peter gab es ein keines Phänomen,

dank einer Stufe, konnten sie sich endlich mal auf „Augenhöhe“ besehn.

Das spätere Singen im Burghof war auch wunderbar,

doch von den angekündigten 800 Besuchern waren nur wenige da.

Um dann den Burggeist  zu besuchen, mussten wir einen Platz in der Schlange buchen.

Ich dachte, er zeigt sich, weil es ihm gefällt, nein – der Bursche verlangte dafür sogar Geld.

Zwar fließt in der Nähe die Elbe und nicht die Mosel, dafür residierte hier Gräfin Kosel.

Die holde Maid war die Geliebte von August dem Starken

und wurde von diesem schändlich verraten.

Er fand sie plötzlich nicht mehr begehrenswert

und hat sein Liebchen auf  dieser Burg einfach weggesperrt.

Ihre Gemächer von einst kann man heute besehn.

Die Dame wohnte für damalige Verhältnisse recht bequem.

Denn wer konnte zu dieser Zeit schon von sich sagen, ein eigenes Plumpsklo auf der Etage zu haben.

Zum Abendessen wurden noch Stühle gerückt, damit Jeder auch neben dem Richtigen sitzt.

Danach war´s gemütlich, denn Erwin hatte seine Quetsche mitgebracht,

und zum Schunkeln und Singen Musike gemacht.

Es stand sogar ein Teller für´s  Trinkgeld da.

Über die Einnahmen wurde Schweigen verhängt, das ist doch klar.

Gegen 22.00 Uhr war´s Zeit, die Gesellschaft aufzuheben

und die Meisten haben sich in ihr Bettchen begeben.

Sonnabend, 15.05.2010


Die Vokalgruppe traf sich schon früh am Morgen,

um vor der Tür von Edith Barsch dafür zu sorgen,

dass ein Blumenstrauß und ein Liedchen sie erfreut,

denn Edith hatte Geburtstag heut.

Die Bastei und Festung Königsstein sollten die ersten Ziele des Tages sein.

Anita wurde zuerst gefragt, ob sie auch all ihre Sachen hat.

Das Wetter war trüb und es tröpfelte immer noch, so dass Einem die Kühle unter die Jacke kroch.

Nur ein heißer Jagertee, war da die rettende Idee.

Die Toilette auf der Festung Königsstein muss was ganz Besonderes sein.

Beim Hinweisschild fiel Renate auf, der Pfeil zeigt in den Himmel rauf.

Auf der Bastei am Imbisstand, bot man zu Mittag Allerhand.

Erbseneintopf, heiße Wurst und auch was Warmes für den Durst.

Recht viele wollten Eintopf essen, doch die Menge war bemessen.

So blieb den Letzten das Vergnügen, nur noch ein lauwarmes Würstchen zu kriegen.   

Karins Suche nach Schwedenlöcher und Amselfall,endete für sie fatal.

Der Regen hatte auch hier über Nacht den ganzen Boden weich gemacht.

Um was vom Amselfall zu sehn, musst` Karin ganz nach vorne gehen.

Noch ein Schritt weiter, da machte es flutsch und schon ist sie ausgerutscht.

Schuhe, Strümpfe, Hose, Jacke und sogar die gute Tasche,

alles war mit Dreck beschmiert, doch Schlimmes ist nicht passiert.


Die Besichtigung der Felsenbühle Rathen haben wir dann weg gelassen.

Nun stand noch ein Abstecher nach Radeberg auf dem Plan.

Hier sahen wir uns die Brauerei genau an.

Man erklärte akribisch, wie das Brauen funktionier, bevor das Bier schließlich abgefüllt wird.

Mit einem Augenzwinkern erzählte man uns dann, wie weit es Einer in dieser Firma bringen kann.

Wenn er recht lange arbeitet im Haus und scheidet nach einem gefühlten Jahrhundert aus,

dann hat er das Recht, seine Glieder zu pflegen

und man wird ihm eine Bierpipeline nach hause verlegen.

Danach war Probetrinken angesagt, mancher hat auch noch nach einem zweiten Gläschen gefragt.

Auch Holger war von dem Saft ganz beglückt, dafür hat er Oma in eine andere Gruppe geschickt.

Sie muss ja nicht sehen, was dem Enkel so schmeckt.

Mal umsonst was probieren, das ist doch perfekt.

Nach Verkostung der edlen Gerstengetränke, gab es für alle auch noch Geschenke.

Jeder musste sein Glas dann selbst blank polieren

und bekam noch eine Schachtel, um es zu transportieren.

Eine schöne Geste, haben alle gedacht - was Bier verkosten doch für Freude macht.

Das Bufett zum Abendessen war an anderer Stelle deponiert,

denn im Essenraum hatte sich eine Hochzeitsgesellschaft platziert.

Trotz des miesen Wetters machten wir noch eine Fackelwanderung durch die Stadt

und unser Begleiter erklärte, was es mit dem kleinen Kerl namens „Baltus“ auf sich hat.

Er  ist als Wegweiser der Stadt Stolpen patentiert, damit ihn nicht irgend ein Tourist klaut und kopiert.

Jeder Besucher kann selbst herausfinden wohin ihn die Füße tragen,

er muss nicht ständig die Einheimischen nach dem Weg dort hin fragen.

Einige saßen danach noch in gemütlicher Runde, andere packten ihre Koffer zu später Stunde,

denn nach dem Frühstück am anderen Tag war wieder Heimreise angesagt.


Freitag, 14.05.2010   


Alle waren pünktlich zum Frühstück gekommen, denn wir hatten uns Großes vorgenommen.

Dresden war das Ziel an diesem Tage, eine Stadt von Welt – gar keine Frage.

Ein Auftritt in der Frauenkirche sollte es geben, für uns eine Ehre, das zu erleben.

Der Morgen lag grau und trüb auf den Wiesen, doch das konnte Keinem die Stimmung vermiesen.

Um Zeit zu sparen und pünktlich zu sein, stiegen wir schon mit Chorkleidung in die Busse ein.

Für den Kleiderwechsel nach dem Gesang hatten die Frauen ein Tütchen zur Hand.

Alle saßen im Bus, wir wollten schon starten, da rief Anita: „Halt – ihr müsst noch warten!“

Kleinlaut verkündete sie unterdessen: „Ich hab meine Umziehtüte im Zimmer vergessen!“


Wir haben´s dann trotzdem rechtzeitig geschafft  

und einen kleinen Fußmarsch bis zum Kulturpalast gemacht.

Ein kurzer Film wurde noch gezeigt,vom Wiederaufbau, bis in die heutige Zeit.

Danach ging´s schnell zur Kirche hinüber, ich glaub, viele von uns hatten Lampenfieber.

Kurz vor der Kirche konnten wir sehn, wie viele Menschen dort Schlange stehn.

Dank Uschis besonderem Verhandlungsgespür kamen wir problemlos durch die Eingangstür.

Damit es mit den Liedern und den Fotos klappt, hat Uschi sich schnell noch den Pfarrer geschnappt.

Sie war von seiner Zusage so beglückt und hat ihn von uns allen spontan gedrückt.

Im Stimmengewirr und mit Drängelei schob sich der Chor an den Massen vorbei.

Ganz vorne vor dem großen Altar stand nun unsere Sängerschar.

Als man die ersten Töne hörte, gab´s keinen Muck mehr, der noch störte.

Augenblicklich war andächtige Ruh und Alle lauschten und hörten zu.

Der Auftritt in diesen heiligen Hallen war beeindruckend und hat uns gefallen.

Danach war Freizeit und Jeder konnte gehen und sich die Stadt in Ruhe besehn.


Trotz kühler Witterung und Dauerregen strebte Jeder einem anderen Ziel entgegen.

Einige nutzten die Zeit, um Freunde oder Familie zu treffen,

Andere suchten ein trockenes Plätzchen für ein Mittagessen.

Die Gastronomie war sicher zufrieden, hat ihnen doch der Regen volle Häuser beschieden.

Manch Einer fühlte sich zwanzig Jahre zurückgesetzt,

denn da waren auch immer alle Restaurants besetzt.

Essen und Bezahlen musste zügig gehen, weil einem schon die nächsten Gäste im Rücken steh.

Connys Familie hat sogar ein anderes „DDR-Gaststättenphänomen“ entdeckt.

Ein Schild mit der Aufschrift: „Sie werden platziert“ – berichtete Conny entsetzt.

Sie hatten dann Gelegenheit, das „PANOMETER“ anzusehn,

das 360° Panoramabild von Dresden anno 1756 sei wunderschön.

Per Computeranimation lebt diese Zeit hier wieder auf und simuliert einen kompletten Tageslauf.

Vom ersten Hahnenschrei, über das Trappeln von Pferdehufen,

hört man in der Dunkelheit sogar den Nachtwächter rufen.

Alle 15 Minuten wechseln Tag und Nacht, es ist schon erstaunlich und genial gemacht.  

Auch Holger, Oma und einige Sänger fanden ein Gasthaus in der Nähe vom Zwinger.

Danach stiegen sie in die kühle Gruft

und haben die frühere „Feine Gesellschaft“ von Dresden besucht.

Nun ist keine Zeit mehr für weitere Geschichten, denn es gibt noch viel Anderes zu berichten.


Der Stadtrundgang gegen 16.00 Uhr, glich eher einer Wasserwanderung pur.

Denn noch immer machte der Regen keine Pause und alle wollten nur noch nach hause.

Erst jetzt merkte Holger, das sein Rucksack fehlt.

Den hatte er vor vier Stunden im Restaurant abgestellt.

Also, noch mal zurück in das gastliche Zimmer

und tatsächlich lag da der Rucksack noch immer, am selben Tisch, auf dem alten Fleck.

Er hatte ihn wieder – das war ein Schreck.

Dann ging es per Bus ins Hotel zurück,etwas geschafft, aber wieder trocken – zum Glück.

Doch spätestens nach dem Abendessen war der Tagesstress vergessen.


Gemütlichkeit war angesagt, doch vor allen Dingen wollten wir heute das Tanzbein schwingen.

Der DJ bemühte sich, witzig zu sein und warf zur Unterhaltung ein paar Spielchen ein.

Doch bei unserer Truppe ist es so Brauch, wenn Musik ertönt, stehen wir auf

die Tanzfläche wird sofort okkupiert, es gibt kaum Einen, der sich da ziert.

Wir haben gezeigt, wie man mit dem Lasso umgeht und uns gefreut, das der Holzmichel noch lebt.

Peter, als galanter Rosenkavalier, tanzte mit Holger Tango und wir standen Spalier.

Das rote Pferd ist noch galoppiert,auch Polka und Twist wurden ausprobiert.

Der harte Kern hat bis zum Schluss mitgemacht und am Ende den DJ noch vor die Tür gebracht.

Auch Lilo war diesmal bis zum Abgesang geblieben, dafür müsste sie prompt einen Orden kriegen.  


Und wer das alles nicht glauben kann, schaue sich bitte die Fotos an,

die Lothar gemacht hat, die beweisen perfekt, das in Jedem von uns ein Partylöwe steckt.

Auf den langen Tag folgte eine kurze Nacht, doch Allen hat es wieder viel Spaß gemacht.

Auch Edith Liedke und Brigitte Peters wollten gleich schlafen,

da machte sich Jemand in den Wänden zu schaffen.

Ein leises Kratzen hatte die Beiden erschreckt und sie überlegten, wer wohl dahinter steckt.

Ist denn der Burggeist schon verwirrt und hat sich bis ins Hotel verirrt?

Oder wollten die Bewohner vom Nachbarraum die beiden ärgern, doch das glaubten sie kaum.

Das Geräusch musste allerdings sehr beruhigend sein, denn irgendwann schliefen sie darüber ein.

Ein klärenden Gespräch mit den Nachbarn – Samstagfrüh,

ergab, das Kratzen des Nachts vernahmen auch sie.

Trotz aller Recherche blieb der Fall ungeklärt, denn außer den Vieren hatte Keiner was gehört.

Sonntag, 16.05.2010


Bevor alle ans Frühstücksbufett gingen, mussten wir schon wieder ein Ständchen singen.

Adelheid war das dritte Geburtstagskind auf dieser Fahrt.

Und weil wir ne´ lustige Truppe sind, haben wir das Lied vom  „Gartenzwerg“ angestimmt.

Nach Frühstück und Koffer Verstauaktion kamen wir noch einmal ins Restaurant.

Die Siegerehrung für das Würfelspiel wurde noch vorgenommen.

Die Preise haben fast alle Sieger vom letzten Jahr bekommen.


Schnell noch ein Ständchen,

um uns bei Küche und Service zu bedanken, für das gute Essen und all das, was wir tranken.

Dann ab in den Bus und Richtung Niederfinow gestartet,

wo auf uns eine Führung durch das Schiffshebewerk wartet.

Auch hier haben wir in luftiger Höhe ein Liedchen gesungen

und viele bestätigten, unten auf dem Rastplatz habe es toll geklungen.

Für die Busfahrer gab es auch noch ein Dankeschön und es könnt ja sein, das wir uns mal wieder sehn.  

Bei der letzten Rast wurde Hannelore wieder abgesetzt.

Und Einige sind  noch schnell aufs Klo gehetzt.

Dann ging es ohne weitere Pause auf direktem Wege ab nach hause.


Eine schöne Chorreise ging wieder zu Ende.

Wir schütteln Uschi und Karin die Hände,

für die Auswahl der Ziele und den reibungslosen Ablauf in all den Jahren,

in denen sie die Organisatoren waren.

Ab nächstes Jahr suchen Gabi und Silvia die Ziele aus.

Doch für Uschi und Karin noch mal ein „Dankeschön“ und einen kräftigen Applaus.

Nach oben.
(Alle Fotos: Lothar Herpich)